erzwungene Umstellung auf Ethernet

Spezielle technische Fragen zum Thema "Ethernet" als Anschlusstechnik? Dann bist Du hier richtig!
horstchen
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erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von horstchen » 8. Aug 2019 13:15

im Haus haben wir sowohl Breitbandkabel als auch Glasfaser im Keller.

BISHER erfolgte der Anschluss per Kabel und FB 6490. Alles gut, nach der ersten Umstellung auf VoIP passt die Hausverkabeluing zu unseren Bedürfnissen.

Nun wollten wir eigentlich nur unsere Festnetzflat kündigen und bekamen mit der Tarifänderung gleich einen Technikertermin für die Umstellung auf Ethernet. Laut hotline stünde diese sowieso überall an, da die veraltete Breitbandkabeltechnik nicht weiter gepflegt würde (wieseo hat man da bitte erst die Kabel-VoIP-Umstellung durchgedrückt?).

Nach meinen laienhaften Vorstellungen von unserem anstehenden neuen Ethernet-Glück nutzt mir das Medienkabel ins Wohnzimmer für den WLAN-Router jetzt nichts mir und ich muss auf unsere Kostenquer durch den Keller und dann durch die Erdgeschossdecke eine wunderschöne Netzwerkverkabelung verlegen lassen, wenn ich den Computer zukünftig nicht im Keller nutzen möchte. Und mit diesem technischen Problem werde ich als Kunde mal so eben allein gelassen?

Habt Ihr eine Idee, wo ich eine einfache Darstellung der Grundlagen, der technischen Struktur und der Anfordernisse der Ethernettechnik finden kann? Wo bekomme ich das Mediensignal für's Antennenkabel zukünftig im Keller her und von dort muss dann ein Netzwerkkabel zum Router am WLAN-Standort?

Oder soll ich einfach bei KDG anfragen, ob sie mich über das Breitbandkabel von WT weiterversorgen?
Ich gehe mal davon aus, dass ich eine ehrliche Antwort von der hotline bekommen habe und das Problem hier bald noch andere betreffen wird.

Euer innerlich kochendes horstchen

Tygat
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Tygat » 8. Aug 2019 17:41

Moin Moin!

Ich vermute mal, dass es sich um einen Norderstedter wilhelm.tel Anschluss handelt.
Richtig ist wohl, dass wenigstens für die Telefon- und Internetdienste die Tage über die TV-Leitung gezählt sind, die genannten Gründen dürften dabei auch fast zutreffend sein. "Veraltet" ist diese Anschlussart nicht, aber es ist vglw. aufwändig und somit teuer, diese Technik "up-to-Date" zu halten. Nach meinem Stand gibt es aber noch keinen Zeitplan zur "Abschaltung".

Und warum fing man dann erst damit an? Weil es vor 20 Jahren noch ganz anders aussah. Kabel-TV-Leitungen hatten die meisten Norderstedter eh im Haus und die Ertüchtigung beschränkte sich dort zumeist auf die Installation eines rückkanalfähigen BK-Verstärker.
DSL (also über die Telefonleitung) brachte damals bestenfalls 6 MBit/s, Ethernet (mit Medienkonverter) war beim Endkunden noch gar kein Thema.

Generell, und unabhängig von der Art der Versorgungstechnik, ist die Innenhausverkabelung stets Sache des Eigentümers oder ggf. Mieters.
Eine Schemata sollte man man Servicecenter bekommen können und ist im Servicecenter Heidbergstraße nicht auch eine "greifbare" Demonstationsinstallation?
Ganz grundsätzlich: Der Medienkonverter hat einen F-Stecker, an welchen die vorhandene TV-Installation angeschlossen werden kann. Also vom BK-Verstärker ab- und auf den Medienkonverter raufgeschraubt.
Für Telefon- und Internet hat der Medienkonverter einen LAN-Anschluss, an welchem schlussendlich die (neue) Fritzbox (oder eigener Router) anzuschliessen ist. Ob der Router dann neben dem Medienkonverter oder im Erdgeschoss oder uauch Dachgeschoss steht sind Konverter und Router erstmal egal.

horstchen
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von horstchen » 8. Aug 2019 18:58

Richtig, es handelt sich um einen Norderstedter Neubau aus 2004, gleich mit Telefonkabel, Breitbandkabel und Glasfaser gemeinsam im Keller verbaut. Telefonkabel ist schon seit VoIP stillgelegt. Internet kam immer schon über Breitbandkabel.

War dann ja wohl nicht so sinnig,Telefonie auch auf's Kabel zu legen, damit der Kunde aus betriebswirtschaftlichen Gründen gleich zweimal umstellen kann. Mediendosen hat man ja an mehreren Orten im Haus, jetzt ein Netzerkkabel quer durch''s Haus legen zu lassen, ohne anschließend ausgiebig renovieren zu dürfen ist dann kostspieliges Problem des Kunden. Aufputzkabel und -Netzwerkdosen sind nicht Jedermanns Sache.

Ein Router im Keller nützt wenig. Wenn Elektriker nicht sowieso Wartelisten von einem Jahr hätten, würde ich glatt denken, dass es sich um ein Beschäftigungsprogramm für's lokale Gewerbe handeln könnte.

Grisu
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Grisu » 8. Aug 2019 19:04

Hi,

ein Netzwerkkabel zu verlegen ist grundsätzlich die beste Variante.
Wer sich diese Mühe nicht machen möchte kann es auch mit Powerline Adapter versuchen.
Das funktioniert nicht immer, kann aber eine schnelle Lösung sein.

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burnz
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von burnz » 8. Aug 2019 19:05

Sorry, aber wer 2004 weder Netzwerkkabel noch Leerrohre eingeplant hat, hat nicht sehr langfristig geplant..

horstchen
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von horstchen » 8. Aug 2019 19:28

burnz hat geschrieben:
8. Aug 2019 19:05
Sorry, aber wer 2004 weder Netzwerkkabel noch Leerrohre eingeplant hat, hat nicht sehr langfristig geplant..
Deine Worte in die Ohren des damaligen Bauträgers und des Vorbesitzers. Als Käufer war ich allerdings erst ma froh, hier überhaupt etwas gefunden zu haben. Und dann geb es aus meiner Sicht ja auch keine Gründe, an der technischen Infrastruktur etwas zu ändern.

Ich weiß schon, WIE ich MEIN Haus bauen würde. Aber erstens bin ich jetzt zu alt, zweitens kann man sich Grundstücke in vernünftiger Lage jetzt nicht mehr leisten und den individuellen Bauärger würde ich mir jetzt auch nicht mehr antun. Schade nur, dass mich mein Serviceprovider nicht einfach nur friedlich wohnen lässt.

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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von skyacer » 8. Aug 2019 22:03

Geh am besten ins Servicecenter und lass dich da beraten was die Verkabelung und Lösungen angeht z.b. Lan Stromadapter etc. Gibt es glaube ich auch für TV Kabel. Ich denke so viel muss nicht bei dir geänderwerden. TV Kabel kommt ja denke ich schon im Keller an bei dir. Da brauchst dann nur auf den Medienkonverter drauf gehen und schon ist dein TV wieder angeschlossen. Mit dem Lan hab ich dir ja schon gesagt gibt es Lan-Strom Adapter. Da kannst es dann an jeder Steckdose abgreifen. Also keine neuen kabel einziehen etc....

Es ist einfach lauf der Dinge das Technik sich nunmal ändert. Nur weil du jetzt damit Probleme hast, weil was geändert wird ist sehr unglücklich für dich aber man muss auch einmal die andere wirtschaftliche Seite sehen. Es ist einfach zu teuer zwei oder mehr Systeme laufen zu lassen. Schließlich möchtest du als Kunde die Kosten ja nicht weitergegeben bekommen.

Also nimms gelassen und beiß ein letztes mal in den saueren Apfel. Nach dem Schwenk auf Glasfaser wird sich bei dir so schnell nichts ändern.

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Dirty Harry
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Dirty Harry » 8. Aug 2019 23:59

Ich habe 2000 mein vorhandenes Einzelhaus (Bj. 1970) in Norderstedt von Wilhelm.tel über Kabeltechnik versorgen lassen (die alten Motorola Kabelmodems). Dafür wurden alle Coax-Antennenkabel, alle Antennendosen , Weichen und der Hausverstärker ersetzt.
Das war eine ganze Menge Arbeit und Kosten. Dann habe ich 2001 noch ein weiteres Haus neu gebaut; wieder alles mit Kabeltechnik.

Damals war Internet über Antennenkabel "topmodern" und "das Beste".
Tja, man war mit 2 MBit/s gesegnet und echt happy, daß man endlich die 64 KBit/s der ISND-Leitung hinter sich gelassen hatte. :lol:

Nie hätte man damals für möglich gehalten, das nur 5 Jahre später eine Verzehnfachung der Geschwindigkeit auf 20 MBit/s
und ein Systemwechsel anstehen würde. Die Übertragung über Antennenkabel und Kabelmodem wurde von Glasfaser mit Lichtwellenwandler abgelöst. Da das Kabelmodem im Keller stand und die Hausverteilung des Internetsignals sowieso über Netzwerkkabel erfolgte,
war der Umschluß im Altbau nicht soo aufwendig.

Im neuen Haus war das viel schwieriger.
Dort wurde versucht das Netzwerksignal über die Stromleitungen zu verteilen.
War nicht ganz einfach und befriedigte mich auch nicht völlig.
Deswegen wurde eine "quasi Richtfunkstrecke" per WLAN errichtet.
Vom Lichtwellenwandler ging es per WLAN zur von Wilhelm.tel gestellten Fritz!box die dort steht, wo früher das Kabelmodem stand.
Von dort konnte das bestehende LAN genutzt werden, das vorher schon Kabelmodem (u. Switch) mit den einzelnen Netzwerkgeräten (PC, Drucker) verband.

Was erkennt man durch diese Geschichte?
Das die Technik immer weiter geht, ständig Umänderungen und Anpassungen erforderlich werden und die Qualität dabei immer weiter steigt.
Horstchen; sei froh das es diese gibt.
1.) Du hast einen Provider, der den Kunden die beste und neueste Technik zu sehr günstigen Preisen bietet.
2.) Die Qualität der Versorgung bleibt dadurch aktuell und auf technisch hohem Niveau. Die Leistungen steigen.
3.) Veränderung bedeutet Leben. Du kannst sicher sein, daß Du noch LEBST, wenn Du diese Veränderung wahrnimmst.
Wenn Du erst gestorben bist, wirst Du (endlich?) Ruhe vor diesen fürchterlichen Weiterentwicklungen haben.
Dann bleibt alles statisch... . :wink:

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mike
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von mike » 9. Aug 2019 07:54

horstchen hat geschrieben:
8. Aug 2019 13:15
Umstellung auf Ethernet. Laut hotline stünde diese sowieso überall an, da die veraltete Breitbandkabeltechnik nicht weiter gepflegt würde
Im Sinne der Kundenfreundlichkeit würde ich über ein dermaßen brisantes Thema eine offizielle Stellungnahme von wilhelm.tel, am besten per Flyer an alle betroffenen Kabel-Kunden, erwarten.

Immerhin zieht eine derartige Umstellung für viele Betroffene einen nicht geringen Umbau-Aufwand nach sich, mit erheblichen Mehrkosten.
Da wäre es nett, wenn man das rechtzeitig planen und ggf. bereits vorab durchführen (lassen) könnte, anstatt im Rahmen einer gerade "zufällig" anstehenden Tarifumstellung en passant davon in Kenntnis gesetzt zu werden.

Ich kann horstchen's Verärgerung da vollkommen verstehen.
Meine Lust, ein Netzwerkkabel einmal diagonal quer durchs Haus über zwei Etagen ziehen zu lassen, hält sich ebenfalls in sehr engen Grenzen.
burnz hat geschrieben:
8. Aug 2019 19:05
Sorry, aber wer 2004 weder Netzwerkkabel noch Leerrohre eingeplant hat, hat nicht sehr langfristig geplant...
Der Gedanke, der mir beim Lesen dieses Posts durch den Kopf ging, ist leider nicht zitierfähig, denn er verstößt gegen die Netikette.
Nur soviel: Nicht jeder kommt mit dem goldenen Löffel im Mund zu Welt und nicht jeder besitzt eine Glaskugel, die ihm künftige technische Veränderungen treffsicher vorhersagt.

Viele Grüße,
Mike

horstchen
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von horstchen » 9. Aug 2019 09:11

Vielen Dank für Eure freundlichen Kommentare und Tipps.
mike hat geschrieben:
9. Aug 2019 07:54
Da wäre es nett, wenn man das rechtzeitig planen und ggf. bereits vorab durchführen (lassen) könnte, anstatt im Rahmen einer gerade "zufällig" anstehenden Tarifumstellung en passant davon in Kenntnis gesetzt zu werden.
Das von Dir fettgedruckte würde ich noch mal unterstreichen. Von der Modernisierungsorgie meiner Tochter weiß ich, dass man für kleine Aufträge ohne "Beziehungen" oder Freundschaften kurzfristig eigentlich keine Handwerkerleistungen mehr einkaufen kann. Da wird man erst mal über Monate vertröstet und ob es dann wirklich klappt?
Eine erforderliche Netzwerkverkabelung liegt etwas oberhalb der Grenze von dem, was ich mir selbst noch zutrauen würde. Früher hätte ich mal erwartet, dass der Serviceprovider dafür zumindest fähige Handwerker vermittelt. Bei dem heutigen Profit- und Kästchendenken, kann ich mir das schon nicht mehr vorstellen.

Tygat
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Tygat » 9. Aug 2019 12:43

Ich würde nochmal beim wilhelm.tel Service anklopfen und anfragen ob man die Umstellung erstmal verschieben kann.

Und Handwerker in Norderstedt? Mir fallen spontan EAN und Münster ein. Gibt aber sicher noch ein paar mehr. Vielleicht einen Bekannten - für 'nen Kasten Bier...

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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von cybershadow » 9. Aug 2019 19:39

Falls Du partout keine neuen Leitungen legen willst und keinen Bedarf für mehr als 500 MBit/s hast, könnte TechniLAN von TechniSAT eine Lösung sein. Das überträgt Ethernet parallel zum TV-Signal über die vorhandenen Coax-Kabel.

https://www.technisat.com/de_DE/TECHNILAN/352-8446/

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Dirty Harry
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Dirty Harry » 9. Aug 2019 22:40

cybershadow hat geschrieben:
9. Aug 2019 19:39
Falls Du partout keine neuen Leitungen legen willst und keinen Bedarf für mehr als 500 MBit/s hast, könnte TechniLAN von TechniSAT eine Lösung sein. Das überträgt Ethernet parallel zum TV-Signal über die vorhandenen Coax-Kabel.
Also DAS ist ja eine prima Sache!
Ich persönlich würde zwar vermutlich letzten Endes trotzdem Netzwerkkabel neu verlegen,
aber als einfach umzusetzende Sofortlösung für diejenigen, die den Aufwand möglichst gering halten wollen, ist das eine tolle Methode.
Und wenn es von Technisat ist, dann funktioniert das auch garantiert.
Und einen hervorragenden technischen Support erhält man an deren Hotline auch.

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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von it-fred » 13. Aug 2019 08:09

Danke für den Tipp, selbst ich war noch nicht darüber gestolpert. Erspart einem wie auch bei PowerLine eine neue Verkabelung.
Ich denke die Lösung über das Koax-Netz des Hauses wird sehr wahrscheinlich stabiler funktionieren als in einigen Installationen das Powerline.

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Dirty Harry
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Re: erzwungene Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Dirty Harry » 13. Aug 2019 10:19

Netzwerkverbindungen über das Stromnetz sind gut bei kleinen, einfachen Elektroinstallationsanlagen wie sie in einzelnen Etagenwohnungen anzutreffen sind. Sie bereiten aber häufiger Probleme, wenn man sie in Anlagen mit voneinander getrennten Stromkreisen oder/und Fehlerstromschutzschaltern einsetzen möchte. Das habe ich selber schon erlebt.
Deswegen halte ich die Technisat-Lösung über Antennenkabel auch für eine gute Alternative, wenn man wirklich nicht neu verlegen kann/will.
Nichtsdestotrotz ist ein Netzwerkkabel allen "Behelfslösungen" überlegen.

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