Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Hier werden Themen rund um Hardware behandelt, die man für einen Telefon- oder Internetanschluss benötigt.
Du findest als Unterordner auch ein Spezialforum, wo es sich nur um die AVM-FritzBox dreht.
Antworten
Bass-T

Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von Bass-T » 26. Jun 2013 15:16

Hallo zusammen,

ich bin ob der ganzen Begriffe und google-Ergebnisse etwas verwirrt und brauche mal Hilfe von Experten ;)

In unserem Hauswirtschaftsraum im Erdgeschoss steht eine Fritzbox 7360 die diese Etage auch gut mit WLAN versorgt. Im Arbeitszimmer im Obergeschoss, quasi direkt drüber, ist der WLAN Empfang aber leider nicht mehr wirklich gut (um nicht zu sagen: besch.... eiden). Ich würde jedoch gerne meinen Laptop und ein NAS dort betreiben (habe meine ganzen RAW-Dateien von der DSLR auf ner externen Festplatte und bearbeite die auch dadrauf, weil im Laptop nur eine kleine SSD steckt), d.h. aus Geschwindigkeitsgründen sollten Laptop und NAS schonmal per Kabel verbunden sein, also mittels Switch.

Nur, wie bekomme ich das Internet am Besten nach oben? Kabel ziehen fällt leider flach, da wir lediglich zur Miete wohnen, zudem im Neubau, wo ich nicht einfach ein fettes Loch durch die Zwischendecke samt Fußbodenbelag bohren kann und will..

Wie verhält sich das genau mit solchen Repeatern? Wenn ich das Thema richtig verstanden habe, halbiert ein Repeater die Bandbreite, ist das richtig? Das würde ich nicht so dufte finden, schließlich habe ich eine 100/50mbit Leitung, die ich dann im Zweifelsfall auch mal benutzen will.. Ich brauche im OG sonst eigentlich kein WLAN.. Kann man so ein Gerät nicht irgendwie so konfigurieren, dass es quasi wie ein USB-WLAN-Empfänger vom PC funktionieren würde? Oder doch lieber Powerline? (keine Ahnung ob und wie das funktionieren würde, das Stromnetz sollte im Neubau ja eigentlich halbwegs vernünftig sein..)

Oder gibt es noch andere Alternativen? Einen zweiten Router als Empfänger? DA wäre der Switch ja gleich mit drin.. Können das alle?

Dankeschön!

mfg
Bass-T

crackie81

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von crackie81 » 26. Jun 2013 18:05

Also dein vorgehen sollte sein:

http://www.amazon.de/Devolo-dLAN-Wirele ... =dlan+wlan

oder

http://www.amazon.de/TP-Link-TL-WPA281K ... =dlan+wlan

1) Powerlan im Hauswirtschaftsraum anschliessen (und hoffen das genug Daten im ersten Stock ankommen)
2) Den Powerline Adapter der als WLAN Repeater und als Netzwerksteckdose fungiert oben anschliessen, dass NAS per Kabel verbinden und das WLAN für den oberen Stock über die mitgelieferte Software einstellen.

Vorteile: 1) bestmögliche Geschwindigkeit 2) einfache Konfiguration 3) du bist flexibel und kannst im ganzen Haus Powerline nutzen, um eventuell Stationäre Rechner nicht mit WLAN anbinden zu müssen.

Du kannst dir natürlich noch überlegen ob du wirklich WLAN im ersten Stock brauchst, oder ob es dir reicht deinen Laptop nicht per WLAN sondern auch via Kabel an den Repeater im ersten Stock anzuschliessen, was nochmal deutlich mehr Geschwindigkeit bringen würde.

Hoffe ich habe dir damit geholfen.

MFG

crackie

Benutzeravatar
it-fred
Administrator
Administrator
Beiträge: 3670
Registriert: 28. Jan 2002 10:59
Wohnort: K.
Kontaktdaten:

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von it-fred » 8. Jul 2013 08:13

Aus Zeitgründen ergänze ich bloss meinen Vorschreiber mit einem weiteren Tipp zum Thema Powerline:
http://www.avm.de/de/Produkte/FRITZPowerline/index.php

Bass-T

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von Bass-T » 8. Jul 2013 11:34

Danke für die Tipps. Ich hatte mir das Powerline 520E Set bestellt, werde es aber direkt wieder zurückschicken, weil die Datenrate auch nicht wirklich berauschend ist.. Ich werde mal versuchen, etwas mit dem Aufstellort und der Ausrichtung der Fritzbox zu experimentieren und damit vielleicht noch etwas Leistung rauszukitzeln.. Einen WLAN-N Router mit mindestens 2x Gigabit-Lan + ggf. USB für Drucker/Scanner, den man auch im Clientmode betreiben kann, sollte man ja wohl irgendwo finden können. Damit müsste es dann auch irgendwie gehen. Ansonsten muss ich mal den Vermieter fragen, ob irgendwo noch ein Leerrohr liegt oder ob ich nicht doch ein klitzekleines Löchlein durch die Decke bohren darf ;)

Crushinator

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von Crushinator » 11. Jul 2013 17:12

Hallo Bass-T,

ich habe bezüglich dieses Themas ein paar Erfahrungen gesammelt, die ich gerne schildern möchte:

Ich setze zu Hause hinter dem Fritzbox 6360 "Zwangsrouter" von WT, dessen W-LAN ich abgeschaltet habe, einen TL-WDR4300 mit DD-WRT (Alternativ-Betriebssystem) und etwas größere, handelsübliche Antennen (für 6,90 das Stück) ein. Durch die Ausrichtung der Antennen erziele ich im ganzen Haus (vom 3. Stockwerk, wo der WDR4300 steht, bis in den Keller) mehr als ausreichend Empfang. (Speedtest mit dem Smartphone vom Keller aus)

Diese Lösung reicht allerdings nicht aus, um 50m hinter dem Haus, den Garten des oft besuchten Nachbarn mit W-LAN zu versorgen, weil das Signal erst durch 2 Wände (vor allem durch die Küche mit den ganzen üblichen Geräten) und dann noch in den Garten gelangen muss. Ich hätte dafür die Sendeleistung des Routers auf deutlich außerhalb des hierzulande erlaubten Bereichs anheben (und dabei üble SNR-Werte erzeugen) oder Outdoor-Antennen anbringen müssen – auf beides hatte ich keine Lust.

Lieber habe ich wie folgt experimentiert: meinen älteren W-LAN Router, den ich zum Glück noch nicht entsorgt hatte, im 2. Stock auf die Fensterbank gestellt, wo quasi Sichtkontakt zum gewünschten Punkt im Garten herrschte und ihn in einem anderen Kanal mit anderer SSID funkend über diese PowerLine-Adapter per CAT5 mit dem WDR4300 verbunden. Die Kabelstrecke zwischen den in verschiedenen Etagen angebrachten Stromsteckdosen beträgt geschätzte 30m, und es gehen gute 220 MBit/s (+/- 50) durch die PowerLine-Adapter bzw. typische 100-Base-T Nettoraten durch das Ethernet – bin super zufrieden.

Dazu sei angemerkt, dass bei uns die W-LAN-Frequenzkanäle nicht so stark belegt sind wie in dicht besiedelten Gebieten. In letzteren hilft sowohl meine erstgenannte Lösung als auch die Anbringung von Repeatern wenig, weil da in der Regel die im gleichen Kanal funkenden Nachbarn das größte Hindernis darstellen. Ich würde es in solchen Gebieten primär mit PowerLine-Adaptern versuchen – notfalls mehrere Adaptertypen bestellen und testen.

Viele Grüße
Zuletzt geändert von Crushinator am 12. Jul 2013 12:03, insgesamt 3-mal geändert.

hoschie

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von hoschie » 12. Jul 2013 08:28

Crushinator hat geschrieben:... mit anderer SSID funkend ...
Hallo Crushinator, da habe ich doch glatt eine Frage zu. Wieso nimmst Du eine andere SSID? Wenn Du die gleiche wie Dein Heimnetz nehmen würdest, würdest Du doch ohne das sich dein Gerät neu anmelden müßte im erweiterten WLAN-Netz sein? Oder sehe ich es falsch?

Und da wir uns manchmal schlecht ausdrücken und uns keiner versteht, hier noch mal aus der Wikipedia: "... denn die Clients werden automatisch zwischen den Access Points übergeben (Roaming), sobald sich der Standort des Clients entsprechend geändert hat."

Und die letzte Frage, was hat Dich gegen eine Outdoor-Antenne entscheiden lassen?

Crushinator

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von Crushinator » 12. Jul 2013 10:28

hoschie hat geschrieben:
Crushinator hat geschrieben:... mit anderer SSID funkend ...
Hallo Crushinator, da habe ich doch glatt eine Frage zu. Wieso nimmst Du eine andere SSID? Wenn Du die gleiche wie Dein Heimnetz nehmen würdest, würdest Du doch ohne das sich dein Gerät neu anmelden müßte im erweiterten WLAN-Netz sein? Oder sehe ich es falsch? [...]
Moin,

Du siehst es schon richtig. Die andere SSID (und natürlich ein anderes Kennwort) sind Teil eines Sicherheitskonzepts: Weil Gäste und Nachbarn bei Bedarf auch das "Garten-WLAN" nutzen können sollen, läuft letzteres über ein eigenes VLAN und darauf zugeschnittene Firewall-Regeln abgekoppelt vom Rest des internen Netzes. :-)
hoschie hat geschrieben: Und die letzte Frage, was hat Dich gegen eine Outdoor-Antenne entscheiden lassen?
Weil ich hätte durch zu viele Wände bohren und davor meine bessere Hälfte von der Notwendigkeit überzeugen müssen. ;-)

hoschie

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von hoschie » 12. Jul 2013 11:15

Crushinator hat geschrieben:
hoschie hat geschrieben:
Crushinator hat geschrieben:... Weil ich hätte durch zu viele Wände bohren und davor meine bessere Hälfte von der Notwendigkeit überzeugen müssen. ;-)
Dagegen ist nichts zu sagen :mrgreen: Das müssen wir nämlich noch tun, ich verstehe Dich. :-D

hoschie

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von hoschie » 12. Jul 2013 11:21

Crushinator hat geschrieben:
hoschie hat geschrieben:
Crushinator hat geschrieben:... Du siehst es schon richtig. Die andere SSID (und natürlich ein anderes Kennwort) sind Teil eines Sicherheitskonzepts: Weil Gäste und Nachbarn bei Bedarf auch das "Garten-WLAN" nutzen können sollen, läuft letzteres über ein eigenes VLAN und darauf zugeschnittene Firewall-Regeln abgekoppelt vom Rest des internen Netzes. :-)
Jetzt verstehe ich, das macht wirklich Sinn. Aber dafür habe ich den Gast-Zugang auf der Fritzbox, den ich aber immer wieder starten muß, da dieser nicht immer läuft. Deine Lösung/Überlegung ist aber auch nicht schlecht. Wo stellst Du denn das VLAN ein, ich kann dies nur über mein Switch, aber Firewall-Regeln?
Kannst Du dazu noch etwas sagen, Du hast mich nun Neugierig gemacht :D Wenn es nicht zu Aufwändig wird.

Crushinator

Re: Repeater, Access Point, Bridge ... Bahnhof?

Beitrag von Crushinator » 12. Jul 2013 11:53

Hehe :D

Also, mit der Fritzbox ist das so nicht zu machen; die beschriebene Funktionalität bietet die darauf laufende Firmware nicht an. Aber das Betriebssystem DD-WRT, das sowohl auf meinem (hinter der Fritzbox geschalteten) WDR4300 als auch auf dem abgekoppelten 2. Router läuft, lässt einem diesbezüglich kaum Wünsche offen. Dafür ist die Konfiguartion der zuvor beschriebenen Features nicht trivial und schon gar nicht mit nur ein paar Mausklicks über die Oberfläche zu machen. Es gibt allerdings unzählige Anleitungen und Wiki-Einträge im Netz, mit deren Hilfe man irgendwann doch zum Ziel gelangt, sofern technisches Verständnis für das gewünschte Feature und genügend Englisch-Kenntnisse vorhanden sind.

Kurzum: Wenn Du erweitertes "Firewalling" benötigst, kommst Du nicht um die Anschaffung eines Routers herum, der in der Regel recht teuer ist und das von sich aus kann, oder einen herkömmlichen, für den es eine stabile Version von DD-WRT bzw. eine andere vergleichbare OpenSource-Firmware gibt – oder aber auch einen PC mit Linux/FreeBSD und mehreren Netzwerkports.

[Edit]
Da fällt mir gerade ein: Wenn man kein spezielles Firewalling benötigt, sprich, das interne Netz nur vom Rest abschotten möchte, kann man jeden handelsüblichen Router inkl. normaler Fitzboxen verwenden (einen fürs interne Netz, einen für Gast-WLAN etc.) und braucht nix großartig zu konfigurieren; man muss nur deren jeweiligen WAN-Port (ggf. über PowerLine) mit einem LAN-Port des Routers verbinden, der den Internetzugang hat, und schon sind sie sicher von einander abgeschottet. Insgesamt hätte man aber trotzdem 3 Router im Einsatz.

Meine Konfiguration ist leider nur etwas komplexer und lässt sich momentan nicht so realisieren.

Antworten