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SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 2. Sep 2015 14:17
von horstchen
Dies betrifft wohl nur die Schnittmenge der Einzugsgebiete WT/Stadtwerke Norderstedt.

Wir bekamen ein Schreiben für neue kostengünstige Stromtarife. Voraussetzung scheint ein SmartMeter mit einem Glasfaserzugang zu sein. Die alten Tarife würden mittelfristig sowieso abgeschaltet, die Kunden würden rechtzeitig über die Kǘndigung informiert.

Nur:
In meinem privaten Einflussbereich möchte ich kein SmartMeter (Einsparung durch die neuen Tarife wäre für uns gleich Null). Die Datenschutzprobleme sind bekannt und ich hoffe, dass die Marktwirtschaft bis dahin Stromanbieter schaffen wird, die an solcher Überwachung nicht interessiert sind.

Sollte sich WT irgendwie zum Komplizen einer solcher Versmartmeterung machen, würde ich mir auch einen neuen Telefon-/Breitbandanbieter suchen. Wir bevorzugen überhaupt lokale Anbieter, aber bei solchen Zwangsbeglückungen müssen wir wohl andere Wege suchen.

Ich wollte mal auf die Bedeutung dieses Schreibens hinweisen und zur Diskussion stellen.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen ökologisch sinnvolle neue Techniken aber für unseren Haushalt bringen die Schnüffelzähler überhaupt nichts. Interessant würde diese Technik m.E. erst, wenn bei flexiblen netzlastabhängigen Tarifen sich smarte häusliche Großverbraucher auf Netzinformation automatisch auf- und abschalten würden.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 2. Sep 2015 18:29
von Net Killer:-)
Auch wenn ich grundsätzlich eher der Fraktion der Datensparsamkeit angehöre, so sehe ich im Smartmeter Bereich das ganze ein wenig anders.
Liegt möglicherweise auch daran, weil ich beruflich über verschiedenste Netzbetreiber mit dem Umgang der Smartmeter Daten mehr als vertraut bin.

Konkret aufs Thema bezogen: Die Wahl eines Smartmeterfreien Tarifes steht dir ja (noch) frei. Insofern :)

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 2. Sep 2015 19:29
von HSV1887
Wenn das Einsparpotential=Null ist, gibt es zumindest keine gravierenden Kostennachteil.
Die Installationskosten werden vermutlich auch nicht direkt durch den Haushalt getragen.
Bleibt nur die vermutete Schnüffelei ... die dürfte aber überschaubar sein.
Ich denke da gibt es schlimmere Schnüffelei im täglichen Leben.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 03:17
von GUMMI-S
horstchen hat geschrieben:Dies betrifft wohl nur die Schnittmenge der Einzugsgebiete WT/Stadtwerke Norderstedt.

Wir bekamen ein Schreiben für neue kostengünstige Stromtarife. Voraussetzung scheint ein SmartMeter mit einem Glasfaserzugang zu sein. Die alten Tarife würden mittelfristig sowieso abgeschaltet, die Kunden würden rechtzeitig über die Kǘndigung informiert.

Nur:
In meinem privaten Einflussbereich möchte ich kein SmartMeter (Einsparung durch die neuen Tarife wäre für uns gleich Null). Die Datenschutzprobleme sind bekannt und ich hoffe, dass die Marktwirtschaft bis dahin Stromanbieter schaffen wird, die an solcher Überwachung nicht interessiert sind.

Sollte sich WT irgendwie zum Komplizen einer solcher Versmartmeterung machen, würde ich mir auch einen neuen Telefon-/Breitbandanbieter suchen. Wir bevorzugen überhaupt lokale Anbieter, aber bei solchen Zwangsbeglückungen müssen wir wohl andere Wege suchen.

Ich wollte mal auf die Bedeutung dieses Schreibens hinweisen und zur Diskussion stellen.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen ökologisch sinnvolle neue Techniken aber für unseren Haushalt bringen die Schnüffelzähler überhaupt nichts. Interessant würde diese Technik m.E. erst, wenn bei flexiblen netzlastabhängigen Tarifen sich smarte häusliche Großverbraucher auf Netzinformation automatisch auf- und abschalten würden.


Herrlich. Dies ist mal wieder ein fantastisches Beispiel neues immer gleich schlecht zu reden oder zu finden.

Warum beginnt denn nun bei den Smartmetern bei dir die Schnüffelei? Was befürchtest du denn, was nun ans Tageslicht kommt? Wir alle (gut ich nicht, ich hab das schon) müssen begreifen, dass wir uns als Gesellschaft verändert haben und mussten, ein erhöhter Austausch von Informationen über uns ist notwendig geworden. Das werden wir auch nicht mehr zurückdrehen können.

Meinen Informationen nach gibt es in der EU das Ziel die alten Zähler alle durch Smartmeter auszutauschen, also wird das eh irgendwann kommen, wann ist nicht klar, denn es gibt noch genug Baustellen. Deiner Hoffnung die Marktwirtschaft wird es verhindern wirst du haben können aber beerdigen müssen.

Die Zähler heute messen deinen Strom und die neuen auch. Beides kann dein Stromlieferant schon heute ablesen. Meines Wissens macht dies außerdem einmal im Jahr der Netzbetreiber automatisch.
Natürlich ist der Aufwand heute größer, weil alle Zähler ja aufgesucht werden müssen und das viel Zeit und Arbeit macht. Auch dies wird zukünftig leichter da bei Neubauten oder Sanierungen die Zähler in den Häusern eh zentral in den Keller (ver)legt werden müssen. (Ich hab gerade denn Fall, dass neue Steigleitungen gelegt wurden und neue Zähler im Keller installiert werden, leider noch die Alten, obwohl auch gleich Datenleitungen verlegt wurden.)

Die Vorteile, scheinen sie für dich nicht gewollt und nicht ersichtlich liegen aber auf der Hand und sind auch dafür Verantwortlich das die Zähler zum Standard werden sollen.

Denn durch die Zähler können die Lasten im Netz genauer, weil ortsbezogen ermittelt und lokal besser produziert, verteilt und eingekauft werden. Dadurch steigt auch die Netzsicherheit und Versorgungstabilität. Somit sind hier doch etliche Vorteile ersichtlich.
Das reicht dir noch nicht? Kein Problem, denn du bekommst ja noch mehr. Gratis gibt's die Selbstkontrolle dazu, du kannst nämlich selbst beobachten und herausfinden, wie dein Stromverbrauch im Augenblick ist und so auch Stromverschwendung vermeiden und dir den Verbrauch so bewusster machen. Das weiß die EU natürlich, und hofft so noch mehr Strom einzusparen, weil die Verbraucher bewusster den Verbrauch vor Augen haben. Deshalb auch die geplante Smartmeter Pflicht. dies soll dann auch dazu führen Kraftwerke zu vermeiden bzw. kleine Lokale. zu bauen. Noch ein Vorteil, ich bin gerade begeistert, noch jemand?

Gut, nun willst du das alles nicht, aber das leben ist kein Ponyhof und du lebst nicht alleine und somit musst auch du dich der Gemeinschaft unterordnen. Das finde ich Persönlich toll. Denn wo kommen wir da hin, wenn einzelne den Fortschritt aufhalten. Oder wo Wären wir? Immer noch in Höhlen und würden rohes Fleisch essen? Nein das machst auch du nicht (wundere dich nicht, dass ich das weiß, aber das habe ich schon ohne Smartmeter herausgeschnüffelt), also, freu dich auf die vielen Vorteile und vielleicht kannst du ja auch eines Tages einen Stromtarif nutzen, der Zeitabhängig unterschiedliche Preise hat und freust dich dann doch. Alles wird gut und dein Stromanbieter ist nicht an deinen Leichen im Keller interessiert (Die erschnüffeln Andere, auch ohne Smartmeter).

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 05:02
von Dirty Harry
Hallo Gummi-S,

ich war am Anfang der meinung, Du meist es ernst mit der Zustimmung zu den Smart-Metern.
Aber je länger ich Deinen Beitrag las, desto mehr erschien es mir wie Ironie und ätzender Spott.
Jetzt bin ich ganz verwirrt... was meinst Du denn nun wirklich ??? :smt120


Ich sehe nur äußerst geringe Vorteile in den neuen Zählern.
Da wird von verschiedenen Interessengruppen viel heiße Luft erzeugt und mächtig übertrieben, um ihren Wunsch nach Installation der Smart-Meter durchsetzbar zu machen.
Als Mitglied des Werkausschusses der Stadtwerke Norderstedt wurde ich, wie die anderen Ausschußmitglieder auch,
reichlich mit vollmundigen Ankündigungen und phantastischen Zukunftsprognosen über die mannigfaltigen Vorteile der Zähler überhäuft. (Hurra, Hurra, Hurra!!!)
Inzwischen ist in der Frage Smart-Meter eine dermaßen krasse Ernüchterung eingetreten, daß keiner mehr davon reden mag,
weil jeder Angst hat zugeben zu müssen, sich damals von den Ankündigungen hat blenden lassen und jetzt die Lächerlichkeit seiner Naivität fürchtet.
(Sie waren wie Kinder denen man erzählte, den Weihnachtmann gäbe es tatsächlich, und sie glaubten alles.)


Natürlich sind solche Erfassungsgeräte nicht nur schlecht, im Gegenteil. Ein paar (kleine) Vorteile bieten sie durchaus.
Aber die Erwartungen bezgl. der zu erwartenden Einsparungen beim Stromverbrauch waren und sind völlig überzogen.
Ebenso die "Steuerbarkeit" des Stromverbrauchs.
Inzwischen gibt es bei den Stadtwerken seit 4 Jahren Smart-Meter und die praktischen und realen Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache:
Der Smart-Meter ist im Grunde ein Flop !!! Nur zugeben mag es keiner, das ist wie bei "des Kaisers neue Kleider".


In der Frage der Ausspionierbarkeit erhöht die permanente Überwachung des Stromverbrauchs (in Echtzeit!) natürlich die Transparenz, wann der Bürger im Hause ist.
Man erhält also eine absolute Anwesenheitskontrolle und das ist unter Umständen schon bedenklich.
(Die Stasi hätte sich gefreut, wenn sie diese Arbeitserleichterung gehabt hätte, oder nicht?)
Allerdings geben die Menschen durch die Nutzung von Festnetztelefon, Mobilfunknutzung und erst recht mittels Smartphones mit google, facebook und whatsapp
soo viele Informationen preis, da ist der Smart-Meter nur eine kleine Ergänzung.


Ich bin ein Kontrollfreak und protokolliere u. dokumentiere viel und gerne.
Aus diesem Grunde - und um selber auszuprobieren, was auf die Norderstedter Bürger zukommt - habe ich mich als einer der ersten 50 Testkandidaten angeboten.
Der Installationsaufwand war aber sowohl mir, als auch den Stadtwerken zu hoch (ungünstiger Installationsort, kein direkter Internetzugang),
so daß von der Einrichtung abgesehen wurde. Nachträglich bin ich froh, daß ich keinen unnötigen Aufwand für so eine nutzlose Spielerei getrieben habe.
Sollte aber irgendwann ein Zähler "zu mir kommen", so nehme ich ihn hin aber ignoriere ihn vermutlich genauso wie den jetzigen "dummen" Zähler.
Wer von Euch schaut denn regelmäßig auf seinen Analog-Zähler ? Das wäre ja auch möglich, interessiert nur nicht wirklich irgendwen, oder ?
Eben. :smt110

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 05:40
von GUMMI-S
Natürlich bin ich von Smartmetern begeistert...ich mag alles was Smart ist...auch Menschen die Smart sind... wir sind aber selten...na ja... Wieso Zweifelst du? Schon bedenklich das du deine Mitmenschen nicht ernst nimmst. Ich erwarte Respekt! Deine Zunge kannst du wieder einrollen, denn nein ich möchte nicht von dir geleckt werden. Und nein ich Verspotte hier niemanden.

Und doch es interessiert mich wie hoch mein Stromverbrauch im Monat ist! Und nein es ist eben nicht möglich schon jetzt meinen Stromverbrauch zu kontrollieren...denn obwohl der Zähler noch auf der Etage ist, ist der Raum verschlossen und im Keller wird der Raum ebenfalls verschlossen sein. Den Schlüssel hat aber der Hausmeister und bis der mal Zeit hat, Termine einhält, oder die Verwaltung willens ist einzusehen, dass ich auch am Zählerstand Interesse haben könnte, ist die Rechnung schon gestellt mit geschätztem Zählerstand. Somit wäre es mit Smartmeter möglich sofort Zugang zu den Daten zu haben und ich würde und müsste es auch besser Kontrollieren können...sicher wäre einiges mit der Zeit uninteressant...aber alleine der Aufwand der jetzt besteht um den Zählerstand abzulesen für die Jahresabrechnung ist enorm und würde dann ja ganz wegfallen, weil mein Stromanbieter nicht wieder schätzen muss, sondern selbst pünktlich ablesen kann. Deshalb würde es sich schon dafür lohnen.

Außerdem könnte ich mir vorstellen das es bei Marktsättigung auch Apps geben wird die den Verbrauch überwachen und einen Informieren wenn man einen neuen Rekord auf gestellt hat. Ähnlich der Schrittzähler mit App.

Ich denke das es schon Einsparpotential gibt mit Smartmetern, aber dazu müsste erst das ganze Netz damit ausgerüstet werden und das ist es ja nicht.

Überwachung halte ich auch für Übertrieben, denn wer wissen will ob du zuhause bist hat genug alte und neue Methoden um dies herauszubekommen...das ist alles Paranoia...wer Angst vor Überwachung hat muss die Erde verlassen oder sogar unser Sonnensystem und wer weiß was in anderen Galaxien so abgeht. Wir haben genug Technik im Haus und der Umgebung der Häuser oder um unseren Planeten, so dass alleine mit den heutigen Satelliten die notwendigen Infos zu holen sind. Nicht für jeden aber einen großen Personenkreis.

Damit das nicht falsch verstanden wird. ich bin zwar für all die neuen technischen Dinge, aber eine gesunde Priese Skepsis, kann auch da nicht schaden.

Was lustiges zum Thema Überwachung: Unser Staat, der ja auch überwacht und überwachen lässt, bezahlt für Aufkleber, die man auf Webcams kleben soll um sich nicht ausspionieren zu lassen.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 09:09
von horstchen
Dirty Harry hat geschrieben:In der Frage der Ausspionierbarkeit erhöht die permanente Überwachung des Stromverbrauchs (in Echtzeit!) natürlich die Transparenz, wann der Bürger im Hause ist.
Man erhält also eine absolute Anwesenheitskontrolle und das ist unter Umständen schon bedenklich.
(Die Stasi hätte sich gefreut, wenn sie diese Arbeitserleichterung gehabt hätte, oder nicht?)
Allerdings geben die Menschen durch die Nutzung von Festnetztelefon, Mobilfunknutzung und erst recht mittels Smartphones mit google, facebook und whatsapp
soo viele Informationen preis, da ist der Smart-Meter nur eine kleine Ergänzung.
Natürlich bin ich auch hin- und hergerissen zwischen "was soll's, ich habe nichts zu verbergen" und "wer in mein Privatleben schauen darf, bestimme ich." Darum laufe ich nicht mit einem smartphone herum sondern mit einem ausgeschalteten alten nokia handy für den Notfall. Alles andere hat Zeit bis zum Festnetzanschluß und einem PC mit open source. Das tut gar nicht weh.

Ein Link, um das Ganze mal auf die Beine zu stellen.
Die SmartMeter bringen die Rasterfahndung zu neuem Elan und schaffen zu den Bewegungsprofile der smartphones nun auch noch Einblick ins "my-home-is-my-castle".

Wenn es ökologisch oder von der Versorgungssicherheit wirklich etwas bringen würde, wäre ich vielleicht sogar dabei. Dann brauche ich aber eine komplett neue Haustechnik mit einer zentralen Steuerung der Haushaltsgeräte (und die 24/7 Netzwerktechnik läuft auch nicht ohne Eigenverbrauch). Mein Kuchen backt sich dann nachts, der Geschirrspüler und die Waschmaschine macht immer wieder Pausen und der Kühlschrank ist nur morgens richtig kalt.

Bei heise findet man Kunden-Preise um die 100€ für den Einbau von SmartMetern. Egal ob faktisch teurer oder billiger, die Zusatzkosten werden von den Versorgern umgelegt - als Ein bau- oder Grundgebühr. Für den kleinen Kunden bleibt es also wahrscheinlich bei zusätzlichen Kosten - offen oder versteckt.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 09:43
von Net Killer:-)
Dirty Harry hat geschrieben:Ich sehe nur äußerst geringe Vorteile in den neuen Zählern.
Da wird von verschiedenen Interessengruppen viel heiße Luft erzeugt und mächtig übertrieben, um ihren Wunsch nach Installation der Smart-Meter durchsetzbar zu machen.
Zunächst einmal bringt dir das reine Smartmetering natürlich weder aus Endkunden noch aus Erzeugersicht etwas, wenn du nicht auch eine Hausautomation hast, die eine intelligente Lastverteilung inkl. Abschaltung unkritischer Verbraucher in den Peakzeiten ermöglicht.

Und da hast du dann ein klassiches Henne/Ei Problem.
Als Endkunde bringt es derzeit (fast) nichts in Smartmetering+Hausautomation zu investieren, da es keine Tarife gibt, die dir diese Investionskosten in vorraussehbarer Zeit wieder einbringen. Davon abgesehen ist gerade die Kombination von beidem nach wie vor mehr eine Nerd Spielweise als ein ernsthaftes Gewerbe. Die Zahl von sinnvollen und für den Endkunden direkt anwendbaren Produkten ist hier äußerst überschaubar und was im Labor/Modell machbar ist, ist schlichtweg in der Breite nicht anwendbar, da die notwendigen Arbeiten außerhalb von Neubauten schlichtweg einen RoI haben, von dem frühestens meine Enkelkinder erleben ;)

Als Erzeuger gibt es schlichtweg (fast) keine Nachfrage nach entsprechenden Tarifen, die wiederum keine Anreize für den Endkunden schafft.

Daher halte ich grundsätzlich den Weg den die Stadtwerke mit dem neuen Tarif gehen, als einen sinnvollen ersten Schritt.
Es schafft zum einen einen ersten Infrastrukturpart und zum anderen einen (wenn auch kleinen) monetären Anreiz den neuen Tarif zu wählen.
Dirty Harry hat geschrieben:Allerdings geben die Menschen durch die Nutzung von Festnetztelefon, Mobilfunknutzung und erst recht mittels Smartphones mit google, facebook und whatsapp soo viele Informationen preis, da ist der Smart-Meter nur eine kleine Ergänzung.
Das Problem sind nicht die einzelnen Informationshäppchen je Dienst, sondern die Summe aus diesen. Wenn du einmal live erlebt hast, was mit Big Data an Analysen möglich ist schlackerst du mit den Ohren. :D

So ist z.B. mit Smartmetern nicht nur eine Anwesenheitskontrolle möglich, sondern eine Verhaltensanalyse und -beeinflussung. Du kannst aus der Art der Last die erzeugt wird direkt ableiten welche Verbraucher geschaltet werden. Das geht soweit, dass du teilweise zwei Waschmaschinen einem Hersteller und teilweise sogar einem Modell zuordnen und voneinander unterscheiden kannst. Von dort zu gezielter Werbung für eine neue Waschmaschine, wenn sich diese einem Alter in dem die Defekthäufigkeit zunimmt (was man aus der Häufung von Reperaturberichten direkt entnehmen kann) ist es dann nicht mehr weit. Ein schöner Weg dich (unbewusst) zu manipulieren, dass du eine Waschmaschine vom werbenden Hersteller kaufst ;)
Das ist nur ein Beispiel, zeigt aber was die Summe an Datenhäppchen ermöglicht. Und das ist keine Zukunftsmusik, sondern ein Beispiel was mir live auf demonstiert wurde.

Nichtsdestotrotz halte ich nach wie vor die Kombination aus Smartmetering und Heinautomatisierung für einen guten Weg um den Energieverbrauch zu senken. Es fehlt allerdings an Infrasrtuktur und für den Endkunden einsetzbaren fertigen Lösungen zu Preisen bei denen der RoI im Bereich von 1-3 Jahren liegt. Das ist so die Erfahrungsgröße die mir von diversen Energieerzeugern genannt wurde.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 10:27
von melli_93
Ich empfehle dazu Fachliteratur 8): ZERO und BLACKOUT von Marc Elsberg. ZERO ist m.E. noch etwas besser, weil mir
das BLACKOUT-Szenario nicht so realistisch vorkam (da geht's um die SmartMeter :-D). ZERO beschreibt
das Big Data Problem.

Gruß,
Melli.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 14:02
von Dirty Harry
@ horstchen: Stimme Dir völlig zu. So empfinde ich auch.
@ Net Killer:-) : Besser hätte man es nicht zusammenfassen können.

Ich sehe, genau wie Du die "Henne/Ei-Problematik" und bin auch der Meinung, daß es ein vernünftiger Weg ist diese aufzubrechen, indem die Provider sukzessive die alten Zähler durch Smart-Meter ersetzen.
Wenn sowieso ein turnusmäßiger Zählerwechsel ansteht, dann fallen fast keine Mehrkosten an, da die neuen Zähler durch die massenhafte Verbreitung inzwischen so stark im Einkaufspreis gefallen sind.
Durch den reinen Zählerwechsel entstehen dem Kunden auch keine Mehrkosten!
Zumindest keine direkten, denn der (geringe) Aufpreis des hochwertigeren Zählers wird über die Netzbetriebskosten auf alle Kunden umgelegt.
Dadurch spielt es auch gar keine Rolle, bei welchen Stromanbieter man Kunde ist, der jeweilige örtliche Versorger (Netzbetreiber) stellt aufgrund gesetzlicher Vorgaben beim turnusmäßigen Zählertausch automatisch den intelligenten Smart-Meter.
Diese Kosten berechnet er dem Vertragspartner des Endverbrauchers über Netzentgelte in Rechnung und dieser rechnet die Kosten in seine Stromtarife mit ein.

Der Grund für diese Vorgehensweise liegt in den §§ 21c – 21i des EnWG. Darin werden die Fälle genannt, wann ein Meßstellenbetreiber die modernen Zähler einbauen muß.
Aber neben den konkreten "Muß"-Fällen gibt es noch eine sehr weit auslegbare allgemeine Handlungsanweisung:
(5) 1Unbeschadet der Einbauverpflichtungen aus Absatz 1 kann in einer Rechtsverordnung nach § 21i Absatz 1 Nummer 8 vorgesehen werden, dass sobald dies technisch möglich ist und in Fällen, in denen dies wirtschaftlich vertretbar ist,
zumindest Messeinrichtungen einzubauen sind, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln und sicher in ein Messsystem, das den Anforderungen der §§ 21d und 21e genügt, eingebunden werden können.
Für die Stadtwerke bedeutet dieses in letzter Konsequenz eine Verpflichtung beim turnusmäßigen Wechsel nahezu immer die neuen Zähler einzubauen, denn es ist technisch (fast) immer möglich
und auch (fast) nie nenenswert teurer als der Einfachzählereinbau. Das bedeutet aber nicht, daß die Gateways im Smart-Meter auch angeschlossen werden müssen. :roll:
Dem Smart-Meter kann man also überhaupt nicht "entgehen", höchstens eventuell seiner kompletten Auswertung.
Aber um genau diesen letzten Punkt geht es ja 99% der kritischen Kunden und die können durch diese Lösung eigentlich beruhigt sein.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 14:54
von -k-
Ich sehe diese SmartMeter ebenfalls sehr kritisch. Nicht nur, dass es das Risiko des Datenmissbrauchs gibt, sondern der Nutzen ist alles andere als klar.
GUMMI-S hat geschrieben: Denn durch die Zähler können die Lasten im Netz genauer, weil ortsbezogen ermittelt und lokal besser produziert, verteilt und eingekauft werden. Dadurch steigt auch die Netzsicherheit und Versorgungstabilität. Somit sind hier doch etliche Vorteile ersichtlich.
Dafür brauche ich aber keine SmartMeter auf Haushaltsebene. Denn wie viel Strom der einzelne Haushalt zu welchem Zeitpunkt verbraucht, ist völlig irrelevant. Interessant ist doch nur, wie viel Strom in einem Netzabschnitt (z.B. Häuserblock, Straßenzug o.ä.) verbraucht wird. Das kann der Netzbetreiber aber ganz einfach durch eigene Messgeräte an den entsprechenden Verteilungspunkten herausfinden.
GUMMI-S hat geschrieben: Gratis gibt's die Selbstkontrolle dazu, du kannst nämlich selbst beobachten und herausfinden, wie dein Stromverbrauch im Augenblick ist und so auch Stromverschwendung vermeiden und dir den Verbrauch so bewusster machen. Das weiß die EU natürlich, und hofft so noch mehr Strom einzusparen, weil die Verbraucher bewusster den Verbrauch vor Augen haben. Deshalb auch die geplante Smartmeter Pflicht. dies soll dann auch dazu führen Kraftwerke zu vermeiden bzw. kleine Lokale. zu bauen.
Ich glaube nicht, dass die SmartMeter zu einer wesentlichen Energieeinsparung führen wird. Denn die meisten Verbraucher können schon jetzt den Zählerstand selbst ablesen (dass du nur mit erheblichem Aufwand zu deinem Stromzähler kommst, halte ich für sehr unüblich). Außerdem ist es viel effektiver sich den Energiebedarf einzelner Geräte anzuschauen. Aber da bringt mir ein SmartMeter nichts, sondern ich brauche trotzdem noch ein separates Strommessgerät.

Auch die vielfach zitierten flexiblen Stromtarife, wo beispielsweise der Strom Nachts günstiger ist, werden sicherlich nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Denn in den meisten Fällen benötige ich den Strom "jetzt" (z.B. für Licht) und kann nicht einfach ein paar Stunden warten. Auch ein SmartHome wird diese Situation nicht wesentlich ändern, denn auch dann werde ich meine Waschmaschine nicht nachts laufen lassen können, einfach weil mir das der Mietvertrag untersagt, die Versicherung bei Wasseraustritt nicht zahlt und ich die Wäsche nicht mehrere Stunden lang zerknittert in der Waschmaschine liegen lassen will.
GUMMI-S hat geschrieben: Gut, nun willst du das alles nicht, aber das leben ist kein Ponyhof und du lebst nicht alleine und somit musst auch du dich der Gemeinschaft unterordnen. Das finde ich Persönlich toll. Denn wo kommen wir da hin, wenn einzelne den Fortschritt aufhalten.
Fortschritt um des Fortschritt Willens? Das wäre ein Totschlagargument. Man muss schon genau hingucken dürfen, ob sich der Fortschritt auch in die richtige Richtung bewegt.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 3. Sep 2015 18:25
von horstchen
Dirty Harry hat geschrieben:Für die Stadtwerke bedeutet dieses in letzter Konsequenz eine Verpflichtung beim turnusmäßigen Wechsel nahezu immer die neuen Zähler einzubauen, denn es ist technisch (fast) immer möglich
und auch (fast) nie nenenswert teurer als der Einfachzählereinbau. Das bedeutet aber nicht, daß die Gateways im Smart-Meter auch angeschlossen werden müssen. :roll:
Dem Smart-Meter kann man also überhaupt nicht "entgehen", höchstens eventuell seiner kompletten Auswertung.
Aber um genau diesen letzten Punkt geht es ja 99% der kritischen Kunden und die können durch diese Lösung eigentlich beruhigt sein.
Wie der Zähler im Keller ist mir in der Tat wurscht. Interessant wird es erst, wenn ich gezwungen werde, den Zähler auf meinen (von mir bezahlten) Breitbandanschluss zu nehmen. Könnte ja sein, dass ich dann beim grauen WT-Kästchen im Keller aus Stromspargründen den Stecker ziehe, wenn ich nicht ins internet möchte. Durch Abschalten kann man immer noch am besten Energie sparen :-D

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 4. Sep 2015 09:44
von JoKo
Moin!

Vielen Dank an alle Teilnehmer dieser Diskussion.
Habe das Schreiben auch bekommen und konnte mich nicht spontan entscheiden.

Jetzt sehe ich klarer. Ich werde einfach den nächsten Zählerwechsel abwarten, und mich
dann erneut mit der Materie befassen. (Jetzt ist erstmal die Abwasserrohr-Dichtigkeitsprüfung akuter.)

Ein schönes Wochenende und Danke nochmals. :D

JoKo

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 6. Sep 2015 06:58
von Mydgard
Dirty Harry hat geschrieben: Wer von Euch schaut denn regelmäßig auf seinen Analog-Zähler ? Das wäre ja auch möglich, interessiert nur nicht wirklich irgendwen, oder ?
Eben. :smt110
Ich, führe eine Excel Liste, wo sämtlicher Stromverbrauch genau aufgeschrieben ist seit 2010 ... so kann ich sehen wie hoch der Durchschnittliche Stromverbrauch ist, ob er höher oder niedriger ist, wie viel Jahresverbrauch ich habe, wie viel ich ungefähr haben werde usw. usw.

Ich bin ebenfalls absolut kein Fan von Smartmetern, geht die Stromanbieter absolut nicht an, wann ich zuhause bin und wann nicht. Und ja, das kann man gut ablesen, weil wenn ich zuhause bin ist auch mein PC an und dann steigt natürlich der Stromverbrauch. Man liest immer wieder von Sicherheitslücken, das werden sich Kriminelle schnell zu Nutze machen, ist doch eine tolle Möglichkeit um heraus zu finden, wo wahrscheinlich keiner zuhause ist (niedriger Stromverbrauch) um dann Einzubrechen. Derzeit kann man mit z.B. Zeitschaltuhren immer noch so tun, als wäre man zuhause.

Wenn ich könnte, würde ich mich daher solange wie möglich dagegen wehren, da ich aber Mieter bei einer Genossenschaft bin, werde ich mit Sicherheit irgendwann Zwangsbeglückt.

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Verfasst: 6. Sep 2015 09:41
von JoKo
Moin!

Ich führe auch seit 10 Jahren eine "Exel-Budget-Liste", in die ich, allerdings nur quartalsweise, alle Verbräuche zwecks
Kontrolle der Durchschnittsverbräuche eintrage. Das reicht mir eigentlich.

Schönen Sonntag noch!

JoKo