SmartMeter von den Stadtwerken

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Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 6. Sep 2015 13:30

Na denn gibt es ja noch mehr Kontrollfreaks! (Ich dachte schon, ich bin der Einzige.)
Seit 10 Jahren protokolliere ich monatlich meinen Gasverbrauch.
Allerdings verlor ich inzwischen etwas die Lust daran, da sich kaum Abweichungen ergeben,
wenn man die Unterschiede abzieht, die sich durch verschieden warme Jahre ergeben.

horstchen

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von horstchen » 6. Sep 2015 15:16

Dirty Harry hat geschrieben:Na denn gibt es ja noch mehr Kontrollfreaks! (Ich dachte schon, ich bin der Einzige.)
Seit 10 Jahren protokolliere ich monatlich meinen Gasverbrauch.
Allerdings verlor ich inzwischen etwas die Lust daran, da sich kaum Abweichungen ergeben,
wenn man die Unterschiede abzieht, die sich durch verschieden warme Jahre ergeben.
Gas, Strom Wasser seit etwa 25 Jahren in Tabellenkalkulation - zuletzt auch wieder richtig konsequent monatlich.
So lange die Werte im Rahmen bleiben, kann man sich in Bezug auf die Haustechnik beruhigt zurücklehnen. Einen irregulären Rollensprung beim Zähler würde ich ziemlich schnell aufdecken und ein SmartMeter wäre ganz sicher keine wesentlich Arbeitserleichterung bzw. ein Erkenntnisgewinn.

Mydgard

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Mydgard » 8. Sep 2015 01:55

Tja, mein Stromverbrauch schwankt halt recht stark, bin nicht ganz sicher woran es liegt, aber ich bin immer Nachts wach (arbeite Spätdienst), also viel Licht an usw.

Bsp.:

Bild

Das ganz rechts ist der Tagesverbrauch ... Tagesverbrauch im Durchschnitt seit 2010 ist 5,73 KW/h. Das das so krumme Ablesezeiträume sind, liegt einfach daran, das das hier ein Mehrfamilienhaus ist (7 Parteien), ich wohne im ersten Stock und die Stromzähler sind im Trockenkeller, da bin ich halt nur unregelmäßig wenn ich Wäsche aufhänge oder abhole sobald sie trocken ist.

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Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von it-fred » 18. Sep 2015 11:25


horstchen

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von horstchen » 19. Sep 2015 09:41

it-fred hat geschrieben:Interview mit Theo Weirich:
http://m.abendblatt.de/region/norderste ... paren.html
Erstaunlich, wie naiv man sich bzgl. Datenschutz und Datesicherheit so geben kann. Nicht darauf hingewiesen hat der gute Mann darauf, dass für das Supereinsparpoential (Kühltruhe steht offen) eine Hausgerätevernetzung erforderlich wäre, die Strom und andere Ressourcen frisst. Dass es Menschen gibt, die ohne Smartphone leben.
"Wie klingt Freiheit? Zum Beispiel wie das. Knirschen beim Zertreten eines Smartphones!"
Kann ja sein, dass sich das alles lohnt, wenn man genügend Energie verplempert. Meine dumb-meter Statistik sagt aber, dass wir zur zweit in einem stinknormalen Reihenhaus mit rund 1000kWh/Jahr auskommen. Wahrscheinlich gerade, weil wir keine Geräte im standby und keine 24/7-Netzwerke betreiben.
Das Einspotential ist da schon wirklich sehr gering.

Die Argumentation bzgl. des kostengünstigen Einkaufs an der Strombörse ist ziemlich wurmstichig und mal ganz subjektiv betrachtet unehrlich. Ob ich viele Einzelzähler oder die Gesamtnetzlast auswerte, bringt erst mal gar nichts, so lange nicht mit Rückinformationen auf die Geräte in den Haushalten durchgegriffen werden kann. Aggregierte Verbrauchsdaten weisen erst mal dieselben Gesetzmäßigkeite auf wie die Einzeldaten.

Smartmeter können die Stadtwerke hier gern einbauen - so lange ich sicherstellen kann, dass da kein Netzwerkkabel angeschlossen wird. Würde mir wirklich leid tun, wenn ich mir für Gas/Wasser/Strom/Kommunikation sonst neue Anbieter suchen müsste. Da ich nicht blöd bin, weiß ich natürlich dass die üblichen Anbieter auch nicht anders agieren - aber denen ist sowieso nicht mehr zu helfen. Dann griffen aber andere Geschäftspartnerauswahlkriterien: Endweder der brutale Preis oder beim Auftreten korrekt-innovativer Anbieter (schnüffelfrei-ökologisch) eben solche.

Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 19. Sep 2015 11:15

Hallo Horstchen,

inwiefern könnte Dir ein Wechsel des Stromanbieters helfen,
wenn die Mitarbeiter der Stadtwerke Norderstedt vor Deiner Tür stehen sollten und einen abgelaufenen Dump-Meter durch einen Smartmeter ersetzen wollen?
Das ist nicht einleuchtend.

horstchen

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von horstchen » 19. Sep 2015 11:38

Dirty Harry hat geschrieben:inwiefern könnte Dir ein Wechsel des Stromanbieters helfen,
wenn die Mitarbeiter der Stadtwerke Norderstedt vor Deiner Tür stehen sollten und einen abgelaufenen Dump-Meter durch einen Smartmeter ersetzen wollen?
Das ist nicht einleuchtend.
"Helfen" kann mir das überhaupt nicht. Als wehrloser Bürger und Konsument bleibt mir mein bisschen Marktmacht, mit dem ich mir meine Anbieter genauso aussuchen kann wie ich auch mit Freunden wählerisch bin. Das zwingt niemandem in die Knie, da die Mehrheit nicht darauf achtet, von wem sie konsumiert. Trotzdem kaufe ich möglichst keine Produkte eines gewissen schweizerischen Lebensmittelkonzerns, keine Milchprodukte von Wendegngstermolkereifirmen usw.
Bei den Stadtwerken kann ich den Netzanschlüssen nicht entkommen, nur alle vier Produkte abwählen. Du wirst sagen "null Wirkung" aber unter den gegebene gesellschaftlichen Regularien hätten alle wirkungsvollen Alternativen leider auch strafrechtliche Aspekte, die ich in dieser Lebensphase noch scheue.

Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 19. Sep 2015 23:32

Verstehe.
Dir ist also klar, daß
1.) der Smart-Meter politisch gewollt ist und gesetzlich vorgeschrieben wird.
2.) der regionale Netzbetreiber (Derjenige, der die Kabel in Deiner Straße und bis in Dein Haus unterhält) den Smart-Meter einbaut.
3.) Du diesen nicht wechseln kannst.
4.) der Netzbetreiber und der Stromlieferant oftmals nicht das gleiche Unternehmen sind, man also keinen Zusammenhang zwischen Einbau des Smart-Meter und Deiner Kündigung vermutet,
sondern vielmehr davon ausgeht, Du wolltest zu einem preisgünstigeren Anbieter wechseln.
5.) es daher tatsächlich völlig sinnlos ist eine "Bestrafungskündigung" vorzunehmen.

Ich gehe wohl richtig in der Annahme, daß Du Dich falsch und ungerecht behandelt fühlst
und wütend über Deine Hilflosigkeit bist, diese Situation in Deinem eigentlichen Sinne zu gestalten?
Na gut, dann kündige doch... vielleicht fühlst Du Dich dann besser.

Ich persönlich halte ja auch nicht so viel vom Smart-Meter (weil er längst nicht so viel nützt, wie einem vorgeschwatzt wird)
und ich sehe auch Datenschutz- und Manipulations-Probleme (Anschlag wie in "Blackout").
Trotzdem kommt mir Deine "Lösung" ziemlich albern vor, da nicht nur völlig wirkungslos sondern obendrein auch unbemerkt (kein logischer Zusammenhang vorhanden)

horstchen

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von horstchen » 20. Sep 2015 08:53

Dirty Harry hat geschrieben:Ich gehe wohl richtig in der Annahme, daß Du Dich falsch und ungerecht behandelt fühlst
und wütend über Deine Hilflosigkeit bist, diese Situation in Deinem eigentlichen Sinne zu gestalten?
Na gut, dann kündige doch... vielleicht fühlst Du Dich dann besser.

Ich persönlich halte ja auch nicht so viel vom Smart-Meter (weil er längst nicht so viel nützt, wie einem vorgeschwatzt wird)
und ich sehe auch Datenschutz- und Manipulations-Probleme (Anschlag wie in "Blackout").
Trotzdem kommt mir Deine "Lösung" ziemlich albern vor, da nicht nur völlig wirkungslos sondern obendrein auch unbemerkt (kein logischer Zusammenhang vorhanden)
Das trifft es ziemlich genau, obwohl ich das Wort "ungerecht behandelt" durch "hilflos gegenüber öffentlicher Dummheit" ersetzen wollte. Ich bin erwachsen genug, eine gewisse Infantilität im demonstrativem aber unbemerkten Lieferantenwechsel zu erkennen. Mit einem Anbieter, dessen Repräsentant im interview nichts anderes sagt, als dass es angesichts der Kommunikationsüberwachung auf die Erfassung der Echtzeit-Stromverbrauchsdaten nun auch nicht mehr ankomme, möchte ich so wenig Geschäfte machen wie möglich und versuche konsequent und folgerichtig zu handeln und geänderte Kriterien an die Auswahl meiner Vertragspartner anzulegen. Dabei bin ich natürlich offen für andere Ideen des Widerstandes.An den Versorgungsleitungen kann ich nichts ändern, wohl aber, bei wem ich Strom, Gas, und Telekommunikatonsdienstleistungen beziehe. Das ist in diesem Land wohl nun mal so.
Die hypothetischen Energieernte dieser Datenklauberei wird vielleicht irgendwann die übernächsten, dann totalüberwachten Generationen einfahren, die ergeben darauf wartet, wann ihre Waschmaschine mit Überproduktionsenergie endlich fertig wird. Viel vernünftiger wäre in unserem Klima aber wohl, in die Gas- und Ölheizungen Tauchsieder einzubauen und mit dem Überschussstrom gezielt Erdgas bei Warmwasserbereitung und Heizung einzusparen. Bei geschickter Steuerung wäre dabei die Wärmespeicherfähigkeit der Heizungskreisläufe, Warmwasserbereiter und Häuser ohne weiteren Aufwand auszunutzen.
Du siehst, ich bin eigentlich nicht gegen den Einsatz dieser Technik, wenn sie tatsächlich einen Gegenwert produziert. Aktuell handelt es sich aber nur um eine Politikergrille einseitig zu Gunsten irgendwelcher Herstellerlobbygruppen und im Interesse weiterer Überwacung. Mit klammheimlicher Freude erwarte ich die kreativen Ergebnisse der üblichen Hackergruppen.

Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 20. Sep 2015 11:10

horstchen hat geschrieben:Viel vernünftiger wäre in unserem Klima aber wohl, in die Gas- und Ölheizungen Tauchsieder einzubauen und mit dem Überschussstrom gezielt Erdgas bei Warmwasserbereitung und Heizung einzusparen. Bei geschickter Steuerung wäre dabei die Wärmespeicherfähigkeit der Heizungskreisläufe, Warmwasserbereiter und Häuser ohne weiteren Aufwand auszunutzen.
Kluges Kerlchen :wink:

das ist ein sehr guter, wenn auch nicht neuer Vorschlag.
Ich und meine Fraktion (B90/Die Grünen Norderstedt) haben genau dieses für die Stadtwerke Norderstedt vorgeschlagen.
Und, oh Wunder :smt107 , die von Dir geschmähte Führungsriege der Stadtwerke (Seedorf/Gengelbach/Weirich) will so etwas umsetzen!!! Finde ich prima. :smt038

Ich habe die Führung der Stadtwerke u. Wilhelm.tel über 10 Jahre sehr (!) kritisch begeleitet und viele Haare in der Suppe gefunden.
Das galt aber primär für die Zeit unter dem Leiter Hallwachs. Seit Herr Seedorf die Führung übernommen hat ist sehr vieles deutlich besser geworden.
Er bemüht sich wirklich um Transparenz und ein demokratisches Vorgehen. Außerdem hat er modernere Ansichten und bessere Ideen.
Vielleicht würdest Du Deine Ansicht über die Stadtwerke teilweise revidieren, wenn Du mal an einer Sitzung des Werkausschusses teilgenommen hättest.

horstchen

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von horstchen » 20. Sep 2015 18:32

Dirty Harry hat geschrieben:das ist ein sehr guter, wenn auch nicht neuer Vorschlag.
Ich und meine Fraktion (B90/Die Grünen Norderstedt) haben genau dieses für die Stadtwerke Norderstedt vorgeschlagen.
Und, oh Wunder :smt107 , die von Dir geschmähte Führungsriege der Stadtwerke (Seedorf/Gengelbach/Weirich) will so etwas umsetzen!!! Finde ich prima.
Das macht aber nur Sinn, wenn man überschüssigen Windstrom in den Heizkesseln versenkt und nicht etwa Produktion in (Braun-)Kohlekraftwerken dafür hochfährt. Energielieferanten ist noch weniger zu trauen als Automobilherstellern und nur wenig mehr als politischen Parteien. :lol:

Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 21. Sep 2015 00:40

Das Prinzip "Power to Heat" bedeutet momentan überschüssigen Strom aus regenerativen Quellen (Wind/Solar/Wasserkraft),
der sonst ungenutzt bleiben müßte, doch noch verwerten zu können, indem er in Wärme umgewandelt wird.
Alles andere ist ökonomisch kaum und ökologisch überhaupt nicht sinnvoll.
Sollte irgendwer fossile Energie einspeisen wollen (z.B. die von Dir genannten Kohlekraftwerke hochfahren), würde das nur zeigen,
daß die Geldgier öfter Menschen dazu bringt, jede Vernunft und Verantwortung für unser aller Zukunft leichtfertig über Bord zu werfen.
Deswegen ist die Grundidee (Power to Heat) aber trotzdem richtig und unterstützenswert, zumindest in der wahren u. ursprünglich gemeinten Ausführung.

Holsteiner

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Holsteiner » 23. Dez 2015 11:36

Netzbetreiber und Stromlieferant sind bei mir unterschiedlich. Muss ich trotz Smartmeter im Keller den Zählerstand den Stadtwerken melden? Danke

-k-

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von -k- » 23. Dez 2015 14:40

Der Zählerstand wird immer dem Netzbetreiber mitgeteilt. Also bei dir offenbar den Stadtwerken. Der Netzbetreiber leitet den Stand dann an den Stromanbieter weiter, mit dem der Kunden einen Vertrag hat.

Dirty Harry

Re: SmartMeter von den Stadtwerken

Beitrag von Dirty Harry » 23. Dez 2015 19:26

Das der Netzbetreiber den Zählerstand an den Stromanbieter weiterleitet ist richtig.
Interessant ist doch aber der andere Aspekt:
"Muß man als Besitzer eines Smart-Meter den Zählerstand den Stadtwerken wie anno dazumal per Postkarte melden,
oder erolgt die Auslesung automatisch durch die Stadtwerke Norderstedt und der Endkunde braucht nichts zu tun?"

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