Umstellung auf Ethernet

Spezielle technische Fragen zum Thema Internet über TV-Kabelanschluss? Dann bist Du hier richtig!
horstchen

Umstellung auf Ethernet

Beitrag von horstchen » 6. Mai 2016 09:30

Ich glaube, DAZU mache ich für meine technische Frage mal einen neuen thread auf.
Schon bei Vertragsabschluss waren wir etwas irritiert (und technisch überfordert), als man uns fragte, welche Zugangstechnik wir nutzen wollten. Wir sind bei der damals installierten Technik (ISDN über Telefonkabel; internet per Fritz 6360 cable über eine der Medienanschlussdosen).
Im Keller sieht das so aus:
wtTechnikE24.JPG
wtTechnikE24.JPG (79.66 KiB) 7837 mal betrachtet
Bei unserem Bedarf gab es bisher praktisch keinen Bedarf über WT zu klagen, wenn wir auch zuletzt eine internet-Störungsserie und das Gefühl hatten, dass alles etwas langsamer wurde.
Trotzdem würde es uns natürlich interessieren, wie die angebotene Umstellung auf Ethernet aussehen würde, welche Vor- und Nachteile damit verbunden wären bzw. wo und unter welchen Stichworten man über die beiden Zugangsarten nachlesen kann.
Kann es sein, dass in dem abgebildeten Anschlusskasten schon ein Glasfaseranschluss für das Haus vorbereitet ist? Warum snd onst die komische Laserbox im Anschlusskasten?
Ist es wirklich logisch, dass Ressourcenprobleme dadurch gelöst werden, dass man die inhouse-Technik ändert?
Es wäre nett, wenn mich hier jemand erleuchten könnte

Burnz

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Burnz » 6. Mai 2016 14:55

Wenn man bedenkt, dass man sich bei Kabel mit allen im selben Segment angeschlossenen Kunden die Bandbreite teilt..
Dann kann Glasfaser einen deutlichen Vorteil bieten..
Ich würde auf Glasfaser bzw. Ethernet wechseln, da darüber auch in Zukunft höhere Bandbreiten als über Kabel realisierbar sind..

reaper

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von reaper » 6. Mai 2016 21:55

Vorteile:
  • Kein Bandbreiten-sharing mit anderen Kunden. Dadurch soll der Kunde zu jeder Zeit die maximale gemietete Bandbreite nutzen können.
Nachteile:
  • Der Router (z.B. Fritzbox) wird direkt an den WTNet-Kasten im Keller/Hauswirtschaftsraum angeschlossen. Dadurch steht der WLAN-Empänger (der Router) möglicherweise an einer sehr ungünstigen Stelle.
  • Die Mediadosen können nicht mehr für den Internetzugang benutzt werden. TV und Radio laufen weiterhin an den Mediadosen.
Workarounds für die Nachteile:
  • WLAN Repeater/Access-Point einsetzen.
  • Ein Netzwerkkabel verlegen um den Router an einer besseren Stelle aufbauen zu können.
  • PowerLAN einsetzen.

Ich persönlich liebäugle mit diesem Kollegen: Devolo dLAN pro 1200 DINrail Powerline Hutschienenadapter. Hat das Ding jemand zufällig im Einsatz und kann hier ein Fazit hinterlassen?
Workaround 1 & 2 sind für mich keine Option, da ich A) meinen primären Computer nicht über WLAN mit dem Netz verbinden will und B) aus architektur-technischen Gründen kein Netzwerkkabel vom HWR ins Wohlzimmer legen kann. Jedenfalls nicht ohne erheblichen Zeit- und Kostenaufwand.

Sven2084

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Sven2084 » 12. Mai 2016 23:22

Also betreue privat im Bekanntenkreis einige freunde mit deren PCs und Internetanschlüssen.
Ich habe bei Freunden genau den gleichen Kasten entdeckt, wie bei dir auf dem Foto.
Auf Nachfrage bei WT wurde bestätigt, dass bereits Glasfaser im Haus liegt. (Aktuell auch ISDN über Kupfer und Internet/TV über Coax)
Allerdings hängt genauso wie bei dir die Glasfaser (auf deinem Foto die rote Leitung) nur lose im Kasten und muss noch in der "Laserbox" gespleißt werden.
Die Umstellung auf Glasfaser ist kostenlos und bedeutet natürlich wie meine Vorredner, dass das Einknicken der Bandbreite in den Abendstunden (Wo viele Leute zu Hause sind und im Internetsurfen) ein Ende hat.

Bei den besagten Freunden ist der Hauswirtschaftsraum mit dem Übergabepunkt wie bei dir auf dem Foto im Erdgeschoss, jedoch das Büro, wo die Fritzbox aktuell hängt im 1.OG)
Ich habe dann ein Netzwerkkabel unter den Dachpfannen entlang zum Büro im 1.OG verlegt und Dosen gesetzt. Materialkosten (Wenn man jemanden kennt, der diese auflegen kann) bei ca 30-40€.
Die Möglichkeit ein Kabel zu verlegen ist normalerweise immer die schönste und vor allem störungsarme Lösung.
Am 19.05. kommt WT nun und spleißt die Glasfaser in der Box (Aktuell hängt das Ende nur lose im Kasten so wie bei dir) und nimmt auch gleich die Umstellung auf die neue Leitung vor. Dann habt ihr wenigstens einen Teilnehmer weniger im POP12 :wink:

Mydgard

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Mydgard » 13. Mai 2016 07:10

Da stellt sich mir ja nun aber die Frage: Warum hat WT damals Glasfaser verlegt und das dann aber nur da rum liegen lassen für einige Zeit? Wurde die Gegend ausgebaut und die Kunden sollten nicht behelligt werden erst mal, oder was für einen Grund könnte das sonst haben?

Dirty Harry

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Dirty Harry » 13. Mai 2016 12:32

Als die norderstedter Stadtvertreter im Jahr 1999 beschlossen, die Stadtwerke Norderstedt sollen in das Kommunikationsgeschäft eintreten,
herrschen völlig andere Bedingungen, sowohl technisch wie finanziell.
Eine ISDN-Verbindung mit 64 kbit/s zu haben galt als Privileg, und wer zwei ISDN-Leitungen zu 128 kbit/s bünden konnte war König... . :wink:
Datenübertragung war teuer, ein Anschluß und 300 MB Download kostete monatlich durchaus 150,- bis 300,- DM.
(Wen es interessiert, der kann hier mal nachlesen und schmunzeln: http://www.heise.de/ct/artikel/Provider ... 87928.html )

Da war die Entscheidung von Wilhelm.tel ein Koax-Antennenkabel zu verwenden sehr fortschrittlich und zukunftsweisend.
Man hielt damals eine Downloadrate von 2 MBit/ für absolut "überdimensioniert" und deswegen für Jahrzehnte mehr als ausreichend. :mrgreen:
Weil aber die Verbuddelung eines zusätzlichen Glasfaserkabels fast keinen Mehraufwand bedeutete, wenn man sowieso schon am Telefon- u. Antennenkabel verlegen war,
wurde doch Glasfaser mit verlegt. Man dachte, daß es in 20 - 30 Jahren vielleicht doch einmal nützlich werden würde, es zu haben.
Für diese Ansicht wurden die Verantwortlichen bei Wilhelm.tel bei der Masse der damaligen Fachleute und Entscheider der Konkurrenzunternehmen für verrückt erklärt.

Tja, und heute fragt der Kunde, wieso man damals nicht von Anfang an und ausschließlich die Glasfaser genutzt hat.

Antwort:
- Weil selbst Koaxkabel als eigentlich "überdimensioniert" angesehen wurde
- Weil es die erf. Technik nicht gab oder sie unwirtschaftlich teuer war

Mydgard

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Mydgard » 18. Mai 2016 04:23

@Dirty Harry: Oh, meine Vermutung war eher, das sie das vor 3-5 Jahren mal nachträglich gemacht hätten ... wenn das aber schon solange her ist ... gut das hätte ich jetzt nicht gedacht ;)

Sven2084

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Sven2084 » 19. Mai 2016 23:43

Hallo Zusammen,

heute war ja der weiter oben angekündigte Termin für die Umstellung auf "Ethernet" so wie es im Titel ja steht.
Im Anhang findet ihr ein Bild des neuen Medienconverters, der heute verbaut wurde.
Ich dachte mir, vielleicht ist es ja hilfreich einige "Erfahrungswerte" zu teilen...

Gegen 08:30Uhr kam ein Techniker direkt von Wilhelm-Tel. Dieser hat den Medienconverter montiert und die lose im Kasten liegende Glasfaser gespleißt (Aufgelegt).
Er verschwand dann mit der Aussage, er fährt jetzt zum Hauptverteiler (POP) und legt dort die Glasfaser auf. In ca 20 Minuten solle die Verbindung funktionieren.
Nach den besagten 20 Minuten fing der Medienconverter an zu blinken. Blinkte aber weiterhin nur. Gegen 13:00 Uhr kam dann ein netter Mensch von einem Subunternehmer, der die neue Fritz!Box installieren wollte und stutzte dann, als der Medienconverter immer noch blinkte. Die LED muss durchgehend leuchten, sonst besteht keine Verbindung zum POP bzw. das Gerät versucht durchgehend zu synchronisieren.
Anrufe des Technikers bei Wilhelm-Tel kamen nicht durch.
Als ich selbst bei WT anrufte bei der normalen Hotline und auch zügig dran kam versicherte man mir nach Problemschilderung, dass man sich zügig kümmern würde und der Techniker solange warten soll.
Nach 15 Minuten klingelte das Handy und man sagte mir, dass die neue Glasfaser eingeklemmt war und dadurch einen knick bekommen hat (Meine Vermutung nicht sauber im Schrank verlegt und dann beim Tür schließen gleich kaputt gemacht). Man habe den Schaden behoben und es solle nun funktionieren.
Der Converter war zwischenzeitlich kurz aus (es hat also tatsächlich jemand etwas getan) und blinkte danach aber wieder nur. Nach weiteren 30 Minuten sagte dann der Techniker er würde dann jetzt abbrechen und das Problem müsste Wilhelm-Tel erstmal beheben.
Nachdem er dann verschwunden war rief ich erneut bei WT an und schilderte den Werdegang bis hierhin. Ein Kollege der Störungshotline versicherte mir es würde sich jemand kümmern, er könne nur nicht sagen wann und ich würde telefonisch einen Termin bekommen, wann ein Techniker kommen kann...
Nach einer weiteren Stunde (es war nun ca 16 Uhr) leuchteten auf einmal alle 3 Lampen am Converter. Offensichtlich wurde der Fehler gefunden. Ja nun hat der Techniker des Subunternehmers ja aber die Fritz!Box wieder mitgenommen. Also funktioniert nun der Anschluss, es war aber keine passende Box vorhanden....
Also fuhr ich zum ServiceCenter und habe vor Ort die 6490 gegen die 7490 ausgetauscht.
Wieder zurück, grade die Fritz!Box ausgepackt klingelt es an der Tür. Ein weiterer Techniker des Subunternehmers mit einer Fritz!Box unter dem Arm. Ich begrüßte ihn mit den Worten "Schön, dann hab ich ja nun 2 davon) Er sagte, dass er vor ein paar Minuten angerufen wurde, dass der Fehler nun abschließend behoben worden sei.
Er schaute mir gespannt über die Schulter, wie ich selbst die Fritz!box zu Ende eingerichtet habe und nachdem dann das Internet über den neuen Anschluss funktionierte fragte ich Ihn, ob er dann zumindest den TV Anschluss an den Mediaconverter anschließen könne und das Signal noch einpegeln könne. Er sagte dann, dass das erforderliche Messgerät nur der erste Kollege der vor Ort war hätte... :shock:
Somit schickte ich den Herren wieder weg, ohne das er etwas getan hatte...
Ich klemmte dann den TV Anschluss selbst auf die Buchse am Medienconverter und hatte zuerst kein Bild. Nachdem ich dann den Antennenverstärker ausgebaut hatte lief es dann aber.

Fazit: Umstellungsdauer 10 Stunden, funktioniert nun aber. Ich will damit niemandem Angst machen, denn ich behaupte mal, dass das ein Einzelfall war, finde aber schockierend, dass der erste Techniker (WT Intern) offensichtlich nach dem Aufschalten nicht einmal irgend etwas geprüft hat.
Ich wollte vor allem mit den bei mir (bzw. den Freunden für die ich diese Umstellung begleitet habe) aufgetretenen Problemen einfach nur Tips geben, wie es hier abgelaufen ist.
(Sollte also bei euch z.B. der Converter länger blinken als vorgesehen macht euch zumindest einmal Gedanken ;-)

Speedtest um 20:30: 93Mbit Down und 19,5 Mbit up. Ping 1ms. Somit schon einmal eine deutliche Verbesserung in den Abendstunden.

Liebe Grüße Sven
Dateianhänge
IMG_62612.jpg
IMG_62612.jpg (176.04 KiB) 7019 mal betrachtet

Lui

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Lui » 20. Mai 2016 10:20

Vielen Dank für diesen Beitrag! Klasse zu sehen, dass offensichtlich allein die Umstellung von Kabel auf Ethernet bei Dir geholfen hat. Beeindruckend finde ich darüber hinaus den Ping. Aber vermutlich "nur" zum Wilhelm Tel Server, oder?

Dirty Harry

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Dirty Harry » 20. Mai 2016 12:22

Nö, mein Ping liegt zwar bei 2 ms wenn man Wilhelm.tel als Server wählt, aber bei den anderen Servern in Europa habe ich auch gute Werte.
Die liegen zwischen 1 und 10 ms . :lol:

Bild

Mydgard

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Mydgard » 21. Mai 2016 20:02

Unter 6 ms geht es bei mir nie (sofern ich den WT speedtest Server auswähle), bei anderen ist es höher:

Bild

Und ja, der DL ist niedriger als bei dem Rest von euch, das dürfte am vorgeschalteten Zyxel VDSL Modem oder an der Fritzbox 7390 liegen ... ist mir aber egal, die paar Mbit/s bringen mich nicht um.

Hamburg79

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Hamburg79 » 1. Aug 2016 10:32

Ich kapere mal den Thread, weil es thematisch passt:

Hat jemand einen Tipp für einen Handwerker?

Im Zuge der Umrüstung müsste ich aus TAE-Dosen Doppel-Netzwerkdosen (UP) machen. Meine alte Telefon-Innenverkablung wurde auf CAT5e gemacht, das würde mir erstmal reichen.. Bedeutet dann zwar, dass ich von Raum zu Raum weiterleite und ggf. einen Switch einsetzen muss, aber immerhin.

Gruß,
Hamburg79

Sven2084

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Sven2084 » 7. Aug 2016 14:34

Hamburg79 hat geschrieben:Ich kapere mal den Thread, weil es thematisch passt:

Hat jemand einen Tipp für einen Handwerker?

Im Zuge der Umrüstung müsste ich aus TAE-Dosen Doppel-Netzwerkdosen (UP) machen. Meine alte Telefon-Innenverkablung wurde auf CAT5e gemacht, das würde mir erstmal reichen.. Bedeutet dann zwar, dass ich von Raum zu Raum weiterleite und ggf. einen Switch einsetzen muss, aber immerhin.

Gruß,
Hamburg79
Hi,
Was für einen Tipp möchtest du denn haben?
Denn den einzigen Tipp den man dir geben könnte aufgrund der uns bekannten Informationen hast du dir schon selbst gegeben ;-)
Wenn es also tatsächlich so ist wie du schreibst, dass sämtliche Telefonleitungen CAT5e sind kann man tatsächlich das ankommende Kabel auf eine Buchse und das gehende Kabel auf die 2. Buchse auflegen. Dann müsstest du überall Brüclen (50cm LAN Kabel) zwischen setzen und dort wo du ein aktives Netzwerk Endgerät benötigst die Brücke gegen einen kleinen Switch ersetzen.

Liebe Grüße
Sven

Hamburg79

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Hamburg79 » 8. Aug 2016 17:53

Hi Sven,
Sven2084 hat geschrieben:Was für einen Tipp möchtest du denn haben?
Ja, das war von mir etwas blöd formuliert. Technisch ist das kein Problem, ich will mir nur selber das Gebastel an den UP Doseneinsätzen sparen, sprich ich suche einen Handwerker der die TAE UP gegen Doppelnetzwerk UP Dosen tauscht und die Adern der CAT Kabel korrekt auflegt. Ggf. auch gerne richtig durchmisst (nicht nur auf Durchgang, sondern die übliche Messung mit Fluke o.ä. wg. Rauschabstand/dB etc.), um zu sehen, das die Verkabelung auch vernünftig nutzbar ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Suche wohl einen (bezahlbaren) Elektriker ;) Habe jetzt vor 5 Tagen wilhelm.tel angerufen und dem Service geschrieben wegen der gewollten Umstellung von Coax auf Ethernet, leider bisher keine Antwort bzw. an der Hotline keine Kenntnis von dieser Möglichkeit.

Lustig, da die Mitarbeiter der Störung mir oft empfohlen haben, statt Koax Ethernet zu nutzen.

Abeeeer: Ggf. kann lt. einem wt-Mitarbeiter auch von denen der Umbau mit den Dosen durchgeführt werden. Solange soll ich erstmal abwarten, bevor ich jetzt was mache.

Mal sehen, vielleicht klappt es ja in den nächsten 1-2 Monaten mit einer Umstellung :)

Gruß,
Hamburg79

Burnz

Re: Umstellung auf Ethernet

Beitrag von Burnz » 8. Aug 2016 18:40

Bei mir hat der WT Techniker die Kabel mit dem Schraubendreher in die LSA Leiste gedrückt.. Von daher würde ich das lieber durch einen Elektriker erledigen lassen, der weiß was er tut..

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