Glasfaser bis in die Wohnung

Spezielle technische Fragen zum Thema "Ethernet" als Anschlusstechnik? Dann bist Du hier richtig!
Antworten
Franzis
Neuling
Neuling
Beiträge: 2
Registriert: 18. Jan 2019 14:05

Glasfaser bis in die Wohnung

Beitrag von Franzis » 24. Jan 2019 12:13

Hallo,
bei mir in Hummelsbüttel wird die Tage ja auch Glasfaser bis in die Mietwohnungen (SAGA) verlegt. Finde ich auch total in Ordnung. Was ich mich allerdings frage: Warum wird die Siedlung mit komplett neuen Glasfaserkabeln ausgestattet? Warum wird nicht das WT-Net Glasfaserkabel benutzt, welches Wilhelm Tel bereits vor ca 10 Jahren bei uns im Erdreich eingebuddelt und in den Keller der Miethäuser angeschlossen hat. Eigentlich bräuchte man das "alte WT Glasfaserkabel" doch nur vom Keller aus in die Wohnungen weiter zu leiten. Bei uns buddeln die von ImmoMediaNet wie wahnsinnig und verlegen komplett neue Kabel durch die Siedlung bis in die Keller der einzelnen Häuser. Von da aus soll es dann wohl weiter in die Etagenwohnungen gehen. Und statt das Leerrohr, wo das Antennenkabel durchläuft zu nutzen, bekommt man genau neben der Antennendose nen Kabekanal auf die Tapete genagelt, der vom Boden bis zur Zimmerdecke geht.

Ich verstehe den ganzen Aufwand und die damit verbundenen Kosten nicht. Die SAGA schreibt zwar das es zu keiner Mieterhöhung durch den Ausbau des Glasfasernetzes bis in die Wohnungen kommt, jedoch wissen die überhaupt was ImmoMediaNet hier für einen Aufwand betreibt!

Eure Meinungen dazu würden mich schon interssieren, Danke!

cybershadow
Member
Member
Beiträge: 66
Registriert: 26. Jul 2017 22:48

Re: Glasfaser bis in die Wohnung

Beitrag von cybershadow » 24. Jan 2019 15:33

Im Detail kann Deine Fragen nur der Anbieter beantworten.

Grundsätzlich hat man vor 10 Jahren aber Glasfasern noch anders verlegt als heute. Die heute übliche Technik ist es Bündel von dünnen bunten Röhrchen (Speedpipes) zu verbuddeln und bis in die Keller zu führen, in die dann Glasfaser-Minikabel mit je bis zu 192 einzelnen Fasern mit Druckluft eingeblasen werden können. Von da legt man wieder (dünnere) Speedpipes bis in die Wohnungen. So kann man einzelne Fasern tatsächlich durchgängig bis zum Endkundenanschluss in der Wohnung führen und ohne aktive Technik im Keller auskommen.

Früher wurden Glasfaserkabel wie Telefonkabel direkt verbuddelt. Ich kann mir vorstellen, dass einfach nicht genug Einzelfasern liegen, um tatsächlich jede Wohneinheit zu versorgen. I.d.R. legt man auch zwei bis vier Fasern in jede Wohneinheit, Es könnte ja sein, dass eine kaputt geht.

Und Fasern bzw. Speedpipes zusätzlich in vorhandene schon belegte Rohre (Fernsehkabel) zu ziehen kann funktionieren, muss aber nicht. Sie auf Putz daneben zu legen ist zwar nicht schön, aber zweckmäßig.

Franzis
Neuling
Neuling
Beiträge: 2
Registriert: 18. Jan 2019 14:05

Re: Glasfaser bis in die Wohnung

Beitrag von Franzis » 25. Jan 2019 10:10

Vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort. Hat mir sehr weitergeholfen. :)

Benutzeravatar
Madmax
Moderator
Moderator
Beiträge: 308
Registriert: 4. Jan 2002 18:04
Wohnort: Alderan

Re: Glasfaser bis in die Wohnung

Beitrag von Madmax » 29. Jan 2019 17:19

Hallo,

die wilhelm.tel Glasfaserkabel werden natürlich weiterhin benutzt.
Bisher haben wir die Glasfaserkabel "nur" bis zu bestimmten Stellen im Gebäudekomplex verlegt,
um dann mit der VDSL Technik über die vorhandenen Kupferkabel bis zum Kunden zu kommen.
Das nennt man FTTB Fiber to the Building.
Jetzt wird die Glasfaser direkt bis zum Kunden Verlegt damit hier auch die volle Kapazität ankommt.
FTTH Fiber to the Home
Aufgrund der Glasfasertechnik ist es nun möglich eine größere anzahl an wohnungen von eniem Standort zu
ereichen somit werden die ganzen Wohnungen an einen Zentralen verteilerkasten angeschlossen.
Dies ist bei der Wartung und vor allem beim Stromverbrauch wesentlich besser.
Diese Standorte werden auf kurzem Weg mit den bereits verlegten Kabeln verbunden!

Gruß Madmax

Antworten